Sterbefall Foto: Christian Thiel

Sterbefall und Begräbnis

Jeder geht unausweichlich auf die Stunde seines Todes zu. Wir glauben, dass uns Christus entgegenkommt und uns ins ewige Leben führt. Im Blick auf ihn und sein Kreuz kann das Loslassen und Sterben leichter werden. Wie Jesus am Ölberg können auch wir vertrauensvoll "Ja" sagen.

Was gesät wird, ist schwach, was auf­er­weckt wird, ist stark. Gesät wird ein irdi­scher Leib, auf­er­weckt ein über­ir­di­scher Leib.”

1 Kor 15,43f

Sterbegebete

Das Ster­ben des Chris­ten soll, wie es mög­lich ist, vom Gebet beglei­tet wer­den. Auch kön­nen Zei­chen des Glau­bens bewusst an einem Ster­be­bett Platz fin­den: Die bren­nen­de Ker­ze, ein Kreuz, der Rosen­kranz, geweih­tes Was­ser usw.

Ger­ne kommt jemand aus dem Pfarr­team um für den Ster­ben­den oder den Ver­stor­be­nen zu beten und ihn zu segnen.

Bei einem Ster­be­fall ist es wich­tig, bald­mög­lichst per­sön­lich oder über das Bestat­tungs­un­ter­neh­men das Pfarr­ver­bands­bü­ro zu kon­tak­tie­ren, damit der Ter­min für den Trau­er­got­tes­dienst und die Bei­set­zung fest­ge­legt wer­den kön­nen. Der Geist­li­che, der das Begräb­nis hal­ten wird, nimmt Kon­takt mit den Ange­hö­ri­gen auf und ver­ein­bart auf Wunsch ein Tref­fen zu einem Trauergespräch. 


Überführung und Bestattung

Im Fal­le einer Erd­be­stat­tung ist eine lit­ur­gi­sche Über­füh­rung mög­lich, das heißt, der Ver­stor­be­ne wird in Form einer Andacht mit Gebe­ten und Gesang auf dem Fried­hof begrüßt und eingesegnet.

Der Got­tes­dienst für eine / einen Verstorbene/​n kann ent­we­der in der Pfarr­kir­che (in Form eines Requi­ems) oder im Fried­hof am Lei­chen­haus (als Wort­got­tes­fei­er) gehal­ten wer­den. In bei­den Fäl­len ist — je nach Wunsch — eine fei­er­li­che Gestal­tung mit dem Chor möglich. 

Die Kir­che kennt und schätzt die seit vie­len Jahr­hun­der­ten gebe­te­ten und gesun­ge­nen Gebe­te, Riten und Psal­men, die beim Begräb­nis zum Tra­gen kom­men. In ihnen wird der Ver­stor­be­ne dem barm­her­zi­gen Gott anver­traut, in der Hoff­nung auf die Auf­er­ste­hung und die Voll­endung in sei­nem Reich. Der ritua­li­sier­te Ablauf der Fei­er hat eine beru­hi­gen­de, heil­sa­me Wir­kung. Wir glau­ben, dass in ihr Gott selbst an uns han­delt und uns durch den Glau­ben an ihn Trost und Hoff­nung schen­ken möch­te in der Trau­er. Über die lit­ur­gi­schen Tex­te und Gebe­te hin­aus kön­nen auch per­sön­li­che Ele­men­te in die Bei­set­zung ein­flie­ßen, etwa eige­ne Tex­te oder ein bestimm­tes Lied. Dies kann mit dem Geist­li­chen im Rah­men des Trau­er­ge­sprächs bespro­chen werden.

Die Zeit danach

Es ist wich­tig, in der Trau­er nicht allei­ne zu sein. Es braucht wohl Pha­sen der Zurück­ge­zo­gen­heit, aber eben­so die Erfah­rung, dass man mit­ge­tra­gen und ver­stan­den wird. Über das per­sön­li­che Umfeld hin­aus möch­te auch die Pfar­rei ein Ort sein, wo Men­schen in ihrer Trau­er ange­nom­men und ernst­ge­nom­men sind. Für per­sön­li­che Gesprä­che ste­hen natür­lich alle Mit­glie­der des Pfarr­teams zur Ver­fü­gung. Für die seel­sorg­li­che Beglei­tung in der Trau­er­zeit steht zudem ein Team von Ehren­amt­li­chen aus der Pfar­rei zum Gespräch bereit. 

Aber auch die ver­schie­de­nen Grup­pie­run­gen sind offen für Men­schen, die Anschluss wün­schen und durch Bei­sam­men­sein und gemein­sa­me Auf­ga­ben wie­der neu­en Sinn — und damit die Spur Got­tes in ihrem Leben — fin­den möch­ten. Für uns Chris­ten ist es wich­tig, nicht nur in den son­ni­gen Tagen, son­dern auch in dunk­len Zei­ten mit Gott und unter­ein­an­der ver­bun­den zu blei­ben. Das per­sön­li­che Gebet und vor allem die Mit­fei­er der Sonn­tags­mes­se, in der immer auch die Ver­stor­be­nen mit ein­ge­schlos­sen sind, bil­den dabei wich­ti­ge Stützen.

Die Zeit, Gott zu suchen, ist die­ses Leben. Die Zeit, Gott zu fin­den, ist der Tod. Die Zeit, Gott zu besit­zen, ist die Ewigkeit.”

Hl. Franz von Sales, 1567-1622